close
Die lustigsten und skurrilsten Momente beim Klettern und Bouldern
Klettern&Bouldern

Die lustigsten und skurrilsten Momente beim Klettern und Bouldern

Nach einem Tag am Fels gibt es immer was zu erzählen, von geschafften Routen, kniffligen Schlüsselstellen, herausgebrochenen Griffen oder auch Stürzen.
Aber beim Klettern und Bouldern passiert noch mehr und manch ein Erlebnis bleibt dauerhaft im Gedächtnis hängen. Nicht, weil es gefährlich, sondern weil es lustig oder skurril war.

Wir haben andere Kletterer nach ihren lustigsten oder skurrilsten Erlebnissen gefragt.
Herausgekommen sind Geschichten über Backofenkartoffeln, Ziegen, Seilsäcke und …. ach, lest es am besten selbst …

 

Von Backofenkartoffeln und neuen Routen

Kletterkurs am Fels in Frankreich, unsere Gaby war vorher nur ein paar Mal in der Halle am Toprope unterwegs.
Heute das erste Mal an echtem Fels, im Vorstieg. Als sie dann zwei Meter über der 4. Expresse war, stoppte sie plötzlich und kletterte nicht mehr weiter. Ruf von unten: “ Gaby, alles klar bei Dir? Was ist los?“ Ihre Antwort:“ Das ist echter Rosmarin hier am Fels, das glaube ich ja nicht. Der ist ja toll, ich glaube den nehme ich mal mit….“ OK, die Backofenkartoffeln abends waren sehr lecker!

Die andere Geschichte passierte im Frankenjura.
Wir waren mit dem VW-Bulli auf dem Weg dorthin und hatten Ines dabei, die noch nie draußen am Fels klettern war. Während der Fahrt nahm Uli Fahrt auf und erzählte begeistert von den Routen dort: „Die berühmte Action Directe….Wolfgang Güllich…Anfang der 90er, vier Jahre nicht wiederholt…“ Kurze Pause, dann Ines:“Vier Jahre nicht wiederholt? Warum schraubt die nicht mal einer ´raus?“

Stefan Giesberg betreibt die Seite klettervirus, auf der er Tipps gibt, wie ihr einfach besser klettern könnt. Ihr erfahrt Techniken, um mental stärker zu werden, aber auch Hilfe bei der Trainingsplanung und Tipps rund ums Material.

Stefan von Klettervirus

Stefan von Klettervirus

Von wegen blöde Ziegen …

Im Hochsommer 2010 kletterten wir eine Mehrseillänge in Les Diablerets, Schweiz. Plötzlich hörten wir ein paar seltsame Geräusche unter uns und bemerkten, dass einige Steine fielen. Dann haben wir die Bergziegen gesehen.
Sie kletterten die Wand neben uns einfach hoch – und das im Free-Solo!

Ich glaube, dass wir zu diesem Zeitpunkt auf einer 6a waren und die Ziegen sind einfach ohne Anstrengung an uns vorbei geklettert! Sie stiegen zu einer nahegelegenen Felsplatte auf und beobachtete uns für eine Weile. Sie dachten wahrscheinlich das Gleiche wie wir… was tun sie hier?

Das war wahrscheinlich einer der lustigsten Dinge, die ich je beim Klettern erlebt habe!

David Holmes

David von KletterRetter

Der ausgewanderte Australier Dave und seine Frau Steph sind leidenschaftliche Kletterer und reisen sehr gerne – seit 2014 auch mit ihrem kleinen Sohn Simon. Als der Gründer von KletterRetter hat Dave die Vision, das Klettererlebnis durch hochwertige, auf die Bedürfnisse von Kletterern zugeschnittene Produkte aufzuwerten.

KletterRetter bei Facebook und Instagram

 

Hoch die Tassen

It’s always exciting to meet other climbers. They come in all shapes and sizes, and have funny little habits, some a little bizarre. And some you can’t forget. It was a winters morning in Arco. We chose to climb in Laghel. It had a small sector off the main one with just a few routes. (Climbing is prohibited here today,this sector is closed) We got ready to climb our first route and started putting on our gear when a small group of local climbers arrived. They upacked all their stuffs and got themselves ready but obviously they were waiting to do the same route we were on. While waiting, one of them took out a bottle of wine. He uncorked it and took a big gulp out from the bottle. Then, he passed this on to the the other two. Amused to see me startled, he offered me the bottle too. I declined, politely. He put on all his gear and started leading the route next to us! I eyed him closely, waiting for him to trip, fall or sway. He slipped into his shoes and took on the first hold. Then the second and third. It was solid, balanced and smooth. He climbed each his routes and always reached the top without a hassle. I thought it was bizarre to start off the climbing day with wine. Usually, it was the other way around. Was that the key to loosen up? Wash down all my fears? Maybe for some, but I thought it would be better to have all my senses turned on while climbing. That incident left me an impression I would never forget! 

Christina von Klimbingkorns

Christina von Klimbingkorns

I am Chris, an outdoor travel blogger with a passion for the mountains, sports rock climbing, and photography, home -based in Bavaria. Together with my husband, we both climb and travel around Europe as much as we can. Join us on our journeys and discover some of the beautiful corners of this world with us.

Chris Blog: Klimbingkorns

 

Der holde Holger und sein Seilsack

Mein allererster Sportklettertag, überschattet durch ein schmerzlich-peinliches Erlebnis, ereignete sich vor vielen Jahren im glitschigen Basler Jura. Bis zu diesem Tag hatte ich mich nur durch Mehrseillängenrouten in alpinem Gelände gehangelt.

Aber an diesem besagten Tag besuchte ich zusammen mit Freunden andere Freunde in Basel, die uns ihren Lieblingsklettergarten zeigten. Mit von der Partie war auch Holger, ein Kumpel der Basler Freunde. Holger war ein imposantes Mannsstück aus dem Schwabenland. Er war groß, seine Füße so lang wie die eines Hobbits und aus den Ärmeln seines T-Shirts ragten zwei dicke stählerne Arme heraus. Mit funkelnden Augen schilderte uns Holger auf dem Zustieg seine abenteuerlichen Erlebnisse am El Capitan im Yosemite in den schillerndsten Farben. Fasziniert hingen meine Augen an seinen Lippen und als er vor mir ging auch auf seinem Hintern.

Schließlich am Fels angekommen, fing ich sogleich an meine zwei Halbseile aus meinem alpintauglichen 50-Liter Rucksack zu klauben, während Holger sich eine Zigarette drehte, mir amüsiert zusah und meinte: „Kannst mein Einfachseil nehmen, wenn du willst.“ „Ach, das ist aber nett“, sagte ich und griff nach dem schwarze Packet, dass neben ihm lag. Ich war ganz entzückt über diese freundliche Geste und bildete mir weiß Gott was ein. Dann legte ich den Sack auf den feuchten Waldboden und öffnete ihn eilig, dabei kam ein fabrikneues hellblaues Seil hervor. Ich entfaltete den schwarzen Plachen, zupfte alle Ecken feinsäuberlich zurecht, so dass eine schöne quadratische Unterlage entstand. Zufrieden betrachtete ich mein Werk und dachte, wie praktisch. Dann hob ich das Seil hoch und warf es daneben auf die Erde, nahm meine Kletterschuhe und setzte mich freudig auf den Plachen. „Das ist ja eine super Sache so ein Seilsack!“ rief ich und schlüpfte schnell in meine Kletterschuhe.

Da hörte ich wie ein Raunen durch die Runde ging, gefolgt von Kichern. Verwundert schaute ich hoch und sah in das vollkommen entsetzte und rot angelaufene Gesicht von Holger. „Was ist los?“ fragte ich. „Ja was wohl? – Du hast mein Seil in den Dreck geschmissen.“ „Ja und?“ „Das ist keine Picknickdecke, das ist ein Seilsack!“ bemerkte Holger scharf. Das Kichern der andern ging über in schallendes Gelächter. In diesem Augenblick realisierte ich, was ich angestellt hatte. Ich spürte wie mir das Blut in den Kopf stieg und ich konnte mir ausmalen, dass mein Gesicht noch röter war, als das von Holger. Das war so peinlich, dass ich am liebsten augenblicklich in einem großen Loch im Waldboden versunken wäre.

Heute achte ich selber penibel darauf, dass mein Seil nicht im Dreck landet. Da bin ich ganz Sportklettererin geworden. Obwohl der fesche Holger mir wahrscheinlich längst verziehen hat, bin ich froh, dass ich ihm nie mehr begegnet bin.

Nadia und der Seilsack

Nadia von Global Travel Art

Ich heiß Nadia Sbilordo, bin eine kletternde vielreisende Schreiberin aus Luzern in der Schweiz und berichte seit 1. Oktober 2015 aus aller Welt auf meinem Blog globaltravelart.com über Sportkletterspots, delikat essen und Boutique-Hotels, die eine Reise wert sind. Global Travel Art ist auch aktiv auf Facebook.

 

Kleiner Knopf mit großer Wirkung

„Oh Mann, das kann ich echt keinem erzählen …“

Genau diesen Satz habe ich vor einiger Zeit beim Bouldern von mir gegeben als ich hilflos am Fels hing.

Was war passiert?
Es ist das zweite Mal, dass ich draußen bouldere. Noch ist alles neu für mich und ich habe ganz schön mit meiner Angst zu kämpfen.
Wir sind in Zarzalejo, einem bekannten spanischen Bouldergebiet bei Madrid. Granit wohin das Auge schaut!

Um die Haut an meinen Beinen ein wenig zu schonen, trage ich an diesem Tag lange Hosen. Sitzen bequem, schränken mich nicht in der Bewegung ein – super!
Dann kann es ja losgehen mit meinem heutigen Projekt. Gestern habe ich den Boulder nicht geschafft, aber heute möchte ich ihn erklimmen und oben einen Freudentanz aufführen.

Ich lasse einen Versuch nach dem nächsten rein und komme voran.
Jetzt fehlt mir nur noch ein einziger Zug, dann bin ich oben. Aber dann geht auf einmal nix mehr.

Irgendwas hält mich gefangen, ich komme nicht mehr weiter. Was ist denn das bloß?
Mit zittrigen Beinen klebe ich am Fels, den Körper eng an den Boulder gepresst, um das Gleichgewicht zu halten. Noch einmal versuche ich den entscheidenden Zug zu machen, aber ich habe keine Chance.

Genervt und frustriert bitte ich meinen Freund zu schauen, was das Problem ist und siehe da: Mein Hosenknopf hat sich an einem Fitzelchen Granit verfangen! Genau so, dass ich nicht einen Milimeter vorwärts komme.
Nachdem ich hart dafür gekämpft habe, bis an diese Stelle zu kommen, möchte ich nicht abspringen. Und die Hüfte kann ich gerade auch nicht vom Fels weg bewegen, sonst verliere ich die Balance.
Also befreit mein Freund den Knopf aus seiner unglücklichen Position und mich gleich mit.

Schweißgebadet greife ich endlich nach oben – geschafft!
Ab sofort bouldere ich nur noch knopflos, soviel steht fest …

Ich, Nima, bin nicht nur Teil des Klettergeschenke-Teams, sondern blogge auch auf „Abenteuer unterwegs“ über mein Leben in einem Oldtimerbus, mit dem ich durch Europa reise. Vor einem Jahr habe ich meinen Traum vom freieren Leben und Arbeiten verwirklicht und genieße es jetzt, mehr Zeit für Outdooraktivitäten zu haben.

Nima am Fels

Nima am Fels

Welches lustige oder skurrile Erlebnis hast du schon am Fels gemacht?


Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

INSTAGRAM FEED

Follow on Instagram