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Die beliebtesten Klettergebiete im Winter
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Die beliebtesten Klettergebiete im Winter

Regen, Schnee, Kälte – der Winter macht es einem nicht immer leicht, draußen klettern zu gehen.
Trotzdem braucht ihr auch in der kalten Jahreszeit nicht auf das Klettern im Freien verzichten. Ihr müsst bloß wissen, wo gute Klettergebiete liegen!

Um das herauszufinden, haben wir uns für euch in der Kletterszene umgehört und sechs beliebte Ziele zusammengetragen. Das Ergebnis ist eine tolle Mischung aus abwechslungsreichen Gebieten, die sowohl für Kletterer als auch für Boulderer attraktiv sind.

Kommt mit auf eine Rundreise durch Europa, Asien und Amerika …

Die beliebtesten Winter-Klettergebiete

Christa von Auf Achse sein: Laos

„Ich bin Christa und Teil einer nicht ganz gewöhnlichen Familie, die immer unterwegs ist, sobald sich die Gelegenheit ergibt.
Auf unserer Reiseseite Auf Achse sein berichten wir von unseren Reisen quer durch die Welt und von den Kletterspots, die wir unterwegs besucht haben.“
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Welches ist unser liebstes Winterziel zum Klettern?

Laos.
Diese Antwort konnte die ganze Familie geben, ohne lange darüber nachzudenken.

Bei unserem ersten Besuch im Green Climbers Home, in der Nähe der Stadt Thakhek, waren wir durchweg begeistert. Begeistert von der Location, begeistert von Land und Leuten, begeistert vom Fels und der familiären Wohlfühlatmosphäre, die dort herrscht.

Uli und Tanja, die Gründer des Green Climbers Home, sind sehr herzliche Menschen und haben in Laos ein kleines Paradies für Kletterer aus aller Welt aufgebaut.
Die Kletterlodge wirkt natürlich, ist an die traditionelle Bauweise der Laoten angepasst und baut auf ausgewogenen und naturverträglichen Tourismus.

Wir brauchen hier zwei Bungalows:
einen für uns drei Erwachsene und einen bekommen die Kinder für sich. Gegessen wird gemeinsam im Haupthaus. Superlecker, günstig und immer frisch.

Direkt an die Kletterlodge grenzen die Karstberge, in die die perfekt abgesicherten Kletterrouten eingebohrt sind. Da es sehr viele Routen in ganz unterschiedlichen Schwierigkeiten gibt, kommt jeder auf seine Kosten, ohne lange Zustiege in Kauf nehmen zu müssen. Sinter, Löcher, Überhänge und Dächer, aber auch senkrechte Wände, gestalten die Kletterei hier sehr abwechslungsreich und mehrdimensional. Noch immer werden häufig neue Routen eingebohrt und der Fels ist ziemlich jungfräulich und wenig abgegriffen.

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Während wir klettern können die Kinder spielen wo immer sie wollen, denn es gibt in unmittelbarer Nähe weder Straßen, steile Abhänge oder sonstige Gefahrenquellen. Einzig der Fluss, der in der Nähe fließt, gilt als Tabu, solange kein Erwachsener dabei ist.

Neben den tollen Kletterfelsen und der herzlichen Atmosphäre im Green Climbers Home gibt es zwei weitere Aspekte, die Laos zum perfekten Winterziel machen: die Landschaft und das Wetter in den Wintermonaten. Bei Temperaturen um die 25 Grad am Tag und 100%iger Schönwettergarantie macht es doppelt Spaß, in eine Route einzusteigen, um den Blick über den umliegenden Dschungel zu genießen.

Wer an Ruhetagen nicht faul in der Hängematte liegen will, kann die tollen Höhlen in den Karstbergen erkunden, einen Ausflug in die Stadt Thakhek am Mekong machen oder im Dschungel wandern gehen.

Wir waren noch nie so begeistert von einem Land, seinen Leuten und einer Kletterlodge wie es hier der Fall ist. Das ist uns auch die lange Anreise wert.

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Dinko von Basecamp Mallorca: Mallorca

Dinko und Franka sind GründerIn des Öko-Kletterlabels ASCENT CLIMBING und InitiatorIn des privaten Aktiv-Campingplatzes BaseCamp Mallorca. In ihrem beruflichen Leben gehen sie den soziologischen Fragen nach (Franka) und erstellen Websites und Webshops (Dinko).
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Was tun, wenn die Temperaturen auf dem europäischen Festland gegen 0°C sinken, man aber einige Tage zum Klettern frei hat und diese unbedingt am Fels verbringen will?

Großartiger Fels, mediterrane Sonne und Temperaturen bis 25°C auch im Winter warten auf die Vertikalhungrigen auf Mallorca. Gut bis sehr gut eingerichtete Touren in allen Schwierigkeitsgraden, Variationen und Längen findet man leicht auf der ganzen Insel, oft nur 20min und selten mehr als 40min entfernt, einige davon direkt am Strand.

Da Mallorca im Winter von PauschaltouristInnen kaum besucht wird, gibt es in dieser Zeit massig preiswerte Unterkünfte. Auch Mietfahrzeuge sind in diesem Zeitraum äußerst günstig, was Mallorca zu einem sehr attraktiven Kletterziel auch für Kletternde mit schmalem Budget macht.

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Da leider kaum bis gar keine Möglichkeit existiert, Kletterausrüstung vor Ort zu mieten, muss diese im äußersten Fall als Zusatzgepäck deklariert und transportiert werden. Wenn man jedoch gut packen kann, leicht und mindestens zu zweit reist, ist es denkbar das gesamte Equipment auch im Handgepäck zu verstauen – was sich bei den Preisen der Flugtickets deutlich bemerkbar machen wird.
Viele einheimische Restaurants und Cafés haben das ganze Jahr über geöffnet, die Selbstversorgenden kommen ebenfalls problemlos auf ihre Kosten.

Ist man einmal auf Mallorca zum Klettern gewesen und hat das typisch mallorquine Gefühl des Freiseins erlebt, hat das Glitzern des Meeres direkt von der Wand aus vernommen und den Piniengeruch geschnuppert, wird es einen unabhängig von der Jahreszeit immer wieder dorthin zurück verschlagen.

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Patric von enziano: Kampenwand

Patric ist Gründer des digitalen Kletter- und Wanderführers enziano und schreibt im enziano Blog über seine Lieblingsthemen Wandern, Bergtouren und Klettergebiete in ganz Europa.
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„Mein persönlicher Favorit im Winter liegt direkt bei uns vor der Haustüre im schönen Chiemgau.

An schönen Herbsttagen oder sonnigen Wintertagen bietet sich die Südseite der Kampenwand im Chiemgau als spontanes Kletterziel an. Obwohl auf der Kampenwand selbst durchaus viel Schnee liegen kann und es ziemlich zapfig wird, ist die Südseite an sonnigen Tagen wie eine kleine Oase der Ruhe. Einen schönen Blick in die verschneiten Chiemgauer Alpen und eine große Südwand, die sich durch die Sonne aufheizt.

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Auf der Südseite der Kampenwand mit ihren verschiedenen Gipfeln finden sich wenige einfache und viele Routen im 7er Bereich. Auch die eine oder andere Mehrseillänge ist dabei. Einige der Routen sind noch mit alten Haken gesichert und sollten bzw. können mit Keilen und Friends zusätzlich gesichert werden.

Da die Südseite sowohl im Sommer als auch im Winter beklettert werden kann und die Kampenwand seit jeher ein beliebtes Kletterziel ist, sind viele Schlüsselstellen etwas speckig.

Den Einstieg der verschiedenen Sektoren erreicht man am besten von der Gipfelstation der Kampenwandbahn aus über den Südwandsteig. Dieser geht vom Hauptwanderweg rechts ab und am gut sichtbaren Westgipfel knapp vorbei. Dank der Südwand gibt es dort auch im Winter relativ angenehme Temperaturen zum Klettern aber eure Badehose könnt ihr getrost zu Hause lassen 🙂 „

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Erika von Ulligunde: Prades/Montsant Gebirge Katalonien

Erika schreibt auf ulligunde.com vor allem übers Klettern in Fels, Eis und Schnee sowie über Skihochtouren. Und darüber, wie famos man sich dort fürchten kann.
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Wir verbrachten 2014 sieben Monate im Bus und reisten vor allem durch Spanien und Norwegen – die Kletterschuhe dabei natürlich immer griffbereit.

Speziell am Anfang unserer Reise (März) war es selbst in Spanien noch oft recht kühl, aber wenn die Sonne mal rauskam, war es unglaublich angenehm. Die berühmtesten Gebiete im Prades/Montsant-Gebirge sind natürlich Siurana und Margalef, kaum jemand kennt Vilanova de Prades.

Freddy in seinem schattigen, perfekt geraden Platz.

Mir hat es damals aber unglaublich gut gefallen – es ist wenig los, die Landschaft ist wunderschön und die Routen lagen mir altem Angsthasen sehr: Ganz kurz, bestens abgesichert und ziemlich steil.

Große Löcher in den leichteren Routen.

Die Kletterei ist eigentlich fast wie in Margalef – viele kleine, gute Löcher und ein rauer Kalk.
Speziell in den leichten bis mittleren Graden gibt es sehr viel, aber auch stärkere Kletterer finden genug, um sich auszutoben.

Man kann mit dem Bus recht nah an die Felsen fahren – kurioserweise steht man dann allerdings über ihnen und muss absteigen, um an den Einstieg der Touren zu gelangen. Der Hang fällt unterhalb noch etwas weiter ab, wodurch man immer einen tollen Blick und viel Sonne hat.

Direkt am Fuß des Hanges liegt ein Campingplatz mit Supermarkt, Waschmaschinen und den neuesten Infos zu den Routen. Die Betreiber müssen es wissen, denn sie haben dieses Gebiet zu einem großen Teil selbst erschlossen.

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Nina und Felix von climb love travel: Red Rocks, Las Vegas

Wir, das sind Nina und Felix, beide leidenschaftliche Kletterer und Boulderer, sind seit Januar 2016 auf Kletterreise. Über unsere Reiseerfahrungen berichten wir auf unserem Blog ClimbLoveTravel, dessen Name zu unserem Lebensmotto geworden ist.
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Viva Las Vegas!

Winterzeit ist Vegaszeit! Zumindest galt das für uns die letzten zwei Jahre – und das hat seinen Grund!
Jeden Winter steht man vor derselben Frage: „Soll ich mich in die Halle verziehen und hart trainieren? Oder verzichte ich auf den ganzen Stress und hau lieber ab?“

Vor zwei Jahren dachten wir uns dann: „Okay, wenn wir dem Winter entfliehen wollen, dann richtig!“ Also stand das Ziel schnell fest: Ab in die Wüste!

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Das Kletter- und Bouldergebiet Red Rocks liegt inmitten eines amerikanischen Nationalparks in der Nähe von Las Vegas. Während es im Sommer viel zu heiß zum Klettern ist, sorgt Nevadas Sonne im Winter für angenehme Temperaturen.
Geklettert wird hier an grandiosem Sandstein, der atemberaubende Formationen angenommen hat. Die Red Rocks laden nicht nur zum Sportklettern ein sondern bieten auch ausgezeichnetes Bouldern und gute Mehrseillängen.

Von all dem hat es uns hier besonders die Boulderei angetan. Der Grund dafür: Die „Kraft Boulders„, ein Feld mit Sandsteinblöcken soweit das Auge reicht. Vom Highball zum Lowball, von Leistengeballer bis Slopergepatsche, von Plattengeschleiche bis Überhanggepresse ist hier alles dabei. Und schnell merkt man, dass der Flug nach Hause viel zu knapp kalkuliert wurde!

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Aber ein Winterurlaub in den Red Rocks hat noch mehr Vorzüge!
Denn wer im Winter klettern will weiß: „Wintertage sind kurz.“ Aber nicht hier. Denn das nahe gelegene Las Vegas lässt die Nacht zum Tag werden. Schrille Casinos, blinkende Spielautomaten und all-you-can-eat Buffetts locken die Meuten.

Und ganz ehrlich:
Kletter-Lifestyle hin oder her, so ein beheiztes Casino mit W-LAN, Spielautomaten und drinks for free hat schon so seine Vorzüge 😉

Wer mag kann sich ja danach wieder auf den Campingplatz verziehen, denn zwischen blinkender Stadt und abgeschiedener Natur sind es hier nur 15 Minuten Autofahrt. Ein Kontrast, den wir sonst nirgends in diesem Ausmaß gefunden haben!

Also warum den europäischen Winter ausharren? Vegas, Baby!!!

nina

Christina von klimbingkorns: Kanarische Inseln

Hi, ich bin Chris von klimbingkorns. Zusammen mit meinem Mann gehe ich draußen klettern und mache Roadtrips. Unsere Leidenschaft gilt den Bergen!
Unser Motto ist: Lebe einfach, lebe heute deine Leidenschaft ohne Reue, überlebe und hinterlasse keine Spuren.“
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christina

 

Viele Kletterer machen im Winter eine Kletterpause oder reduzieren ihr Training auf das Bouldern in der Halle oder in ihrem ausgebauten Keller. Ich gehöre auch zu denen, die Pause machen, denn ich hasse Sporthallen.

Die Kletterpause brauche ich, um meine Finger zu regenerieren und um etwas Raum zum Trainieren anderer Muskeln zu lassen. Deshalb liegt meine oberste Priorität im Winter auf dem Langlaufen in de Bayerischen Alpen.

Mein Kletter-Kumpane sieht das jedoch anders. Sein Motto lautet: „Wer rastet, der rostet“.
Offen gesagt, gibt es viele Möglichkeiten, um im Winter zu klettern, aber das Wetter bleibt nicht immer für lange Zeit gut und es kann schnell ungemütlich werden. Einer meiner liebsten Orte zum Klettern mit Sonnenschein, Strand und etwas Sommergefühl sind die Kanarischen Inseln.

teneriffa-route

Auf Gran Canaria oder Teneriffa kannst du traumhaft klettern – es sind nur 4,5 Stunden Flugzeit ab München. Die Temperaturen liegen konstant um die 20 Grad. Im letzten Dezember hatten wir drei Wochen lang durchschnittlich 26 Grad (dank El Niño und eines Appartments am Meer) und grundsätzlich um die 16 Grad an den Felsen von Arico oder El Rio.

Das Gestein ist Basalt.
Zwölf verschiedene Sektoren mit über 900 Routen füllen einen zweiwöchigen Urlaub locker. Es gibt außerdem einige Boulderspots auf der Insel. Und wenn das nicht reicht, warum nicht mal den Teide zu Fuß erklimmen? Immerhin ist er der höchste Berg Spaniens!

Es muss einen Grund geben, warum man sagt, Teneriffa sei die Insel des ewigen Frühlings. Lasst die Wintertage kommen. Die Angst vor Kälte kann verschwinden!

teneriffa

Winter adé

Du möchtest dich lieber bei angenehmen Temperaturen am Fels austoben anstatt Schneemänner zu bauen?
Dann hast du hier hoffentlich ein paar schöne Anregungen für deinen Klettertrip gefunden.

Welches ist dein liebstes Winter-Klettergebiet, das hier unbedingt erwähnt werden sollte?

 


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